Durch dieMeditation soll sich unser Bewusstsein beruhigen und sammeln. Die angestrebten Bewusstseinszustände werden oft mit Begriffen wie ‘Stille’, ’innere Ruhe’, ‘Leere’, ‘Eins-sein’,' im Hier und Jetzt sein’ oder einfach ‘frei von Gedanken sein’ beschrieben. Das kann durch eine aktive oder eine passive Form sowie im Idealfall eine individuelle Kombination erreicht werden.
Hier eine kurze Übersicht mit Hervorhebung meiner bevorzugten, einfachsten Formen:
Beide Meditationsformen werden durch eine bewusste Steuerung der Aufmerksamkeit auf eine Sinne und/oder passives Los- und Geschehenlassen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter Meditation oft nur die passive Form verstanden, so wie sie auch sehr oft in Abbildungen des sitzenden, in sich gekehrten (oder eben meditierenden) Buddha auch symbolisiert wird.
Der Ursprung der Achtsamkeit ist vor allem in der buddhistischen Lehre (aber auch bei vielen indigenen und Ur-Völkern) zu finden. Bei uns Im Westen ist die Achtsamkeit besonders durch verschiedene Stessbewältigungs- und Psychotherapie-Methoden bekannt geworden. Es gibt heute sehr viele theoretische Definitionen und Konzepte der Meditation, die oft aus verschiedenen ursprünglichen, buddhistischen Traditionen stammen.
Für mich bedeutet die praktische Meditation ein Zustand des Geistes, bei dem man sehr bewusst über unsere Sinne seine direkte Umwelt, seinen Körper oder auch seine Gefühle erlebt, ohne von Gedanken, Erinnerungen, Phantasien oder Emotionen abgelenkt zu erden. Die Wahrnehmung erfolgt durch das bewusste Erleben ohne darüber nachzudenken oder zu bewerten.
Was ist aber nun der Unterschied von Gefühl und Emotion? Ein Gefühl ist eine angeborene Fähigkeit der Wahrnehmung (Schmerz, Wärme/Kälte etc.). Eine Emotion entsteht aber erst in unserem Kopf durch Gedanken, Erwartungen, Meinungen, Einstellungen, Vorstellungen, Wünsche und Absichten, die aber auch 'falsch' sein können.
Achtsamkeit ist eine neutrale, nicht wertende Form der Aufmerksamkeit, die bewusst gesucht wird und die sich ausschliesslich auf den gegenwärtigen Moment bezieht, d.h. es gibt keine Vergangenheit oder Zukunft.
Die Voraussetzung der Achtsamkeit ist eine bewusste, wertfreie Wahrnehmung von bestimmten momentanen äusseren und oder inneren Eindrücken (‘gerade jetzt’). Sie lassen sich mit folgenden drei Fragen am einfachsten beschreiben:
Dies erfordert aber eine entsprechende Neugier, Offenheit und Akzeptanz, damit die Aufmerksamkeit auch auf das unmittelbare Wahrnehmen gerichtet bleibt. Wenn ein Gedanke, eine Emotion oder eine spontane Reaktion (Ablenkung) wahrgenommen wird, dann soll dies wohl erkannt, aber (soweit möglich) nicht darauf reagiert. Es wird kein ganz bewusst keine Entspannung oder Veränderung von Emotionen angestrebt. Der Zustand und die Inhalte des aktuellen Bewusstseins werden lediglich zur Kenntnis genommen, sie ändern sich durch die Achtsamkeit 'von selbst'. Ich sehe Achtsamkeit primär als aufmerksames, sehr bewusstes Erleben und Wahrnehmen unserer Sinne (Sehen, Hören, Spüren).
Achtsamkeit kann somit auch klar von Konzentration unterschieden werden. Konzentration besteht darin, sich auf ein bestimmtes Ziel (Wort lesen) oder Tätigkeit (Gehen) einzustellen und die ganze Aufmerksamkeit für diese innere und oder äussere Wahrnehmung aufzuwenden. Achtsamkeit ist somit gerade das Gegenteil dazu. Hier wird der Fokus der Aufmerksamkeit bewusst nicht eingeschränkt, sondern vielmehr so weit wie möglich geöffnet.